Schulmedizinische Behandlungsmethoden

Die Behandlungsmaßnahmen richten sich stets nach dem Ausmaß des Beschwerdebildes. Fällt eine Endometriose also als Zufallsfund auf und bereitet keine Beschwerden, so ist eine Behandlung nicht notwendigerweise erforderlich. Treten jedoch Schmerzen auf oder bleibt ein Kinderwunsch auf Dauer unerfüllt oder werden die Funktionen innerer Organe beeinträchtigt, so ist eine medikamentöse, operative oder kombinierte Therapie meist hilfreich.

Konservative Behandlungsmöglichkeiten

Treten Schmerzen auf, so werden zunächst Schmerzmittel eingesetzt, um bei der Patientin eine Steigerung der Lebensqualität zu erreichen. Der Einsatz von Schmerzmedikamenten dient dabei meist als kurzfristige Notfalllösung und zielt nicht auf eine Ursachenbehandlung der Endometriose selbst ab.

Hierzu werden vom Gynäkologen hormonelle Medikamente eingesetzt, die die Hormonproduktion in den Eierstücken verringern oder stoppen. Dies sind Gestagene oder GnRH-Analoga, die über einen Zeitraum von bis zu 12 Monaten verabreicht werden können. Wichtig ist dabei vor allem die Hemmung der Östrogenproduktion. Als Behandlungsresultat bildet sich die Endometriose im Idealfall zurück und die Beschwerden werden schwächer.

Operative Behandlungsmethoden

Das Auftreten starker Schmerzzustände oder ein ausgedehntes Krankheitsbild erfordern regelmäßig einen operativen Eingriff als therapeutische Maßnahme. Die Wucherungen werden dann mithilfe von Strom, Laser oder Skalpell im Rahmen einer Bauchspiegelung (Laparoskopie) entfernt. Oft wird auch ein Teil der Eileiter oder Eierstöcke entfernt. Zur Verbesserung des Behandlungserfolges werden im Anschluss an den operativen Eingriff hormonelle Präparate verabreicht. Ist kein Kinderwunsch vorhanden und die Familienplanung abgeschlossen, kann die effektivste Eingriffsmethode die Entfernung der Gebärmutter sein.

Kombinationstherapie (Drei-Phasen-Therapie)

Bei der Drei-Phasen- oder Kombinationstherapie ergänzen sich die medikamentösen und operativen Behandlungsmethoden. Nach einer ersten Untersuchung per Bauchspiegelung setzen Ärzte auf die Gabe von hormonellen Medikamenten über einen bestimmten Zeitraum, um Veränderungen anschließend erneut im Rahmen einer Laparoskopie zu ermitteln. und gegebenenfalls Gewebewucherungen zu entfernen. Regelmäßige Nachsorgeuntersuchungen und Rehabilitationsmaßnahmen ergänzen die Therapie.

In diesem Zusammenhand gewinnen auch psychosomatische Therapiemethoden an Bedeutung, um mögliche depressive Phasen oder chronische Schmerzerfahrungen in die Behandlung einzubeziehen. Zudem können alternative Heilmethoden wie die Traditionell Chinesische Medizin, Akupunktur oder Homöopathie die schulmedizinische Behandlung begleiten.

Ein schwerer Verlauf der chronischen Erkrankung tritt häufig rezidiv auf. Obwohl Endometriose sich nicht vollständig heilen lässt, ist eine dauerhafte Betreuung durch einen vertrauten Arzt notwendig. Innerhalb eines Zeitraumes von fünf Jahren treten in 20 bis 40 Prozent aller chirurgisch behandelten Fälle, erneut Beschwerden auf. Mit Beginn der Wechseljahre kommt die Endometriose aufgrund der Östrogenabhängigkeit häufig zur Ruhe. Auch unter dem Gesichtspunkt möglicher maligner Erkrankungen sind regelmäßige Untersuchungen sinnvoll. Das Krebsrisiko ist zwar nicht grundsätzlich erhöht, die Bildung einzelner bösartiger Tumorzellen kann jedoch im Rahmen einer Endometriose eher auftreten. Hierzu zählen u.a. Ovarialkarzinome, maligne Melanome, Mamma-Karzinome oder Non-Hodgkin-Lymphome.

Endometriose und Kinderwunsch

Bei einem unerfüllten Kinderwunsch bestehen in Kinderwunschzentren gute Möglichkeiten der Beratung und Behandlung. Je früher eine Behandlung beginnt, desto besser kann die Endometriose eingedämmt werden.

Um einen Kinderwunsch zu erfüllen, reicht eine medikamentöse Therapie allein nicht aus. Durch die operative Entfernung von Endometrioseherden soll zunächst die Chance auf eine spontane Schwangerschaft erhöht werden. Zugleich muss die Funktion der Eileiter und Eierstöcke sichergestellt werden. Der Erfolg operativer Methoden wird durch die Gabe von Medikamenten verbessert. Aktuelle Studien weisen auf eine Erhöhung der Schwangerschaftsrate nach einer drei- bis sechsmonatigen hormonellen Behandlung hin. Bleibt eine Schwangerschaft wegen immer erneut auftretender Endometrioseherde verwehrt, so kann eine künstliche Befruchtung eher angeraten sein, als eine weitere Operation, die mit Risiken verbunden ist.