Ursachen

Die genauen Gründe für die Entstehung einer Endometriose sind bisher noch unklar. Bei der Erforschung der Ursachen existieren derzeit zwei wesentliche Entstehungstheorien.

Zellbildung außerhalb der Gebärmutter

Nach dieser Theorie ist der Entstehungsort der Endometriose mit der Lokalisation der Endometrioseherde gleichzusetzen.
Die Endometriose entsteht demnach direkt außerhalb der Gebärmutter. Schleimhautzellen, die während der embryonalen Entwicklung aus dem gleichen Ursprungsgewebe wie auch die Gebärmutterschleimhaut enstanden, werden in sogenannte Endometriumzellen umgewandelt und rufen so eine Endometriose hervor.

Transport der Schleimhautzellen

Folgt man dieser Ansicht, werden Schleimhautzellen von ihrem ursprünglichen Entstehungsort, nämlich der Gebärmutterhöhle, wegtransportiert, um sich an anderen Körperstellen wieder anzusiedeln. Auftreten könne dies beispielsweise, wenn während der Monatsblutung ein Teil des Blutes durch die Eileiter in die Bauchhöhle fließt.
Eine weitere Möglichkeit besteht darin, dass Schleimhautzellen während eines operativen Eingriffs über die Lymph- oder Blutgefäße abtransportiert werden. Zudem ist eine Kombination aus beiden Theorien als Ursache denkbar (Induktion).

Erbliche Veranlagung

Bekannt ist, dass Endometriose innerhalb mancher Familien gehäuft auftritt. Aus diesen ermittelten Daten leiten Forscher eine gewisse Erbveranlagung ab. Die Identifizierung spezieller „Endometriose-Gene“ ist bisher noch nicht gelungen, wohl aber Veränderungen in Exprimierung anderer Gene. Grundsätzlich scheint der Schweregrad der chronischen Erkrankung größer, wenn eine familiäre Häufung vorhanden ist. Zwillingsstudien bestätigen die Vermutung, dass Endometriose auf erbliche Veranlagungsfaktoren zurückzuführen ist. Homöotische Hox-Gene kommen im Endometrium von Frauen, die an Endometriose erkrankt sind, stärker zum Ausdruck.

Endometriose-Risiko

Der größte Risikofaktor für eine Endometriose ist die Mentruation selbst: Je früher die Menstruation also einsetzt, desto höher ist auch das Risiko an Endometriose zu erkranken. Dies hängt mit der Häufigkeit und Intensität der Regelblutung zusammen. Umgekehrt bedeutet dies, dass das Unterdrücken der Regelblutung mittels hormoneller Kontrazeptiva mit einem geringeren Erkrankungsrisiko verbunden ist.
Zudem gelten eine späte erste Schwangerschaft, Übergewicht sowie operative Eingriffe an der Gebärmutter als begünstigende Faktoren für die Entstehung einer Endometriose. Derzeit strittig sind Zusammenhänge eines niedrigen Body-Mass-Index (BMI) mit der Körperfettverteilung. Auch negative Einwirkungen durch Umweltgifte wie chemische Stoffe des täglichen Bedarfs, beispielsweise Kosmetikprodukte, oder Umweltöstrogene tauchen als Ergebnisse der Forschung auf.
Das eigene Immunsystem scheint ebenso eine Rolle zu spielen, da teilweise eine gestörte Aktivität der körpereigenen Killerzellen beim Abbau der rückwirkend mestruierten Gewebeteile beobachtbar war oder Makrophagen das Wachstum von Endometriose-Herden begünstigen könnte. Die Reihenfolge der Enstehung solcher immunologischen Veränderungen ist jedoch nicht abschliessend geklärt.